Aktionstag Gesundheitswesen am 23./24.11

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23.11.2023

Aktionstage im Gesundheitswesen: Zwei Tage streikt die Branche

Am 23. und 24. November 2023 ruft ver.di an Gesundheitseinrichtungen der Länder zu Warnstreiks auf. „Die Beschäftigten der Unikliniken und Landeskrankenhäuser sind empört, denn wenn es nach der Tarifgemeinschaft deutscher Länder geht, sollen sie dauerhaft weniger verdienen als ihre Kolleg*innen, die in kommunalen Einrichtungen arbeiten“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Ausgerechnet dort, wo Spitzenmedizin betrieben wird und die schwersten Fälle landen, sollen die Beschäftigten beim Gehalt abgehängt werden. Das lassen sie sich nicht bieten.“

 

„Ausgerechnet dort, wo Spitzenmedizin betrieben wird und die schwersten Fälle landen, sollen die Beschäftigten beim Gehalt abgehängt werden. Das lassen sie sich nicht bieten.“

Sylvia Bühler, für Gesundheit zuständiges ver.di-Vorstandsmitglied

Die weitere Abwanderung von Arbeitskräften müsse verhindert werden. „Jetzt sind auch die Klinikleitungen gefordert, den Finanzministern und der TdL klarzumachen: Eine Abkopplung von der Entgeltentwicklung bei Bund und Kommunen darf es auf keinen Fall geben!“

 

Vom Warnstreikaufruf betroffen sind alle Universitätskliniken, in denen der Länder-Tarifvertrag gilt, aber zum Beispiel auch die Zentren für Psychiatrie in Baden-Württemberg. Bühler verwies darauf, dass die Beschäftigten der Unikliniken zumeist in Ballungszentren leben, wo die Mieten besonders hoch sind. „Wer jeden Tag kranke Menschen versorgt und Leben rettet, muss seine Miete bezahlen und vom Lohn gut leben können“, forderte die Gewerkschafterin. Betroffen seien in den Kliniken zum Beispiel auch Sozialarbeiter sowie Erzieherinnen in den Betriebskitas. Ihnen verweigerten die Länder kategorisch die Übernahme der Verbesserungen für den Sozial- und Erziehungsdienst aus dem kommunalen Tarifvertrag TVöD. „Erzieherinnen in den Kitas der Kliniken leisten dieselbe anspruchsvolle und oft auch belastende Arbeit wie ihre Kolleginnen in kommunalen Einrichtungen; sie dürfen nicht schlechter gestellt werden«, betonte Bühler.